Text & Fotos: Mario Anthes
28. Februar 2009
Zusammen mit unserer Freundin Gabi, die uns auf dem 5-tägigen Otter Trail begleitet, fahren wir von Kapstadt nach Swellendam, wo wir uns im Garten des "Old Mill"-Restaurants ein kleines Mittagessen schmecken lassen: Pfannkuchen mit Zimt und Zucker, sowie herzhaft gefüllt mit einer Pilzsoße und mit Curry-Hackfleisch nach kapmalayischer Art.
Nach der Pause geht es in einem Rutsch weiter an die Garden Route, über Mossel Bay und George nach Wilderness. Die ganze Fahrt über hatten wir herrlichen Sonnenschein, aber kaum nähern wir uns Wilderness, beginnt es aus tief hängende Wolken zu regnen. Wäre ja nicht das erste Mal in dieser Gegend!
Als wir im Gästehaus von Zade ankommen, das sich oben auf den Dünen des langen Sandstrandes von Wilderness befindet, regnet es schon in Strömen. Beim raschen Ausladen des Gepäcks aus dem Wagen werde ich dummerweise von einer Wespe direkt in die Schläfe gestochen, als ich einem an der Außentreppe hängenden Nest zu nahe komme. Ziemlich schmerzhafte Angelegenheit, aber zum Glück nicht weiter tragisch, da ich keine Allergie gegen Insektenstiche habe.
Da wir wenig Lust haben bei diesem Wetter an den Strand zu gehen, entscheiden wir uns statt dessen, die noch fehlenden Lebensmittel für's Grillen am morgigen Abend in der nahe gelegenen Stadt George zu besorgen. Außerhalb von George finden wir ein neues, großes Einkaufszentrum, in dem wir kurz vor Ladenschluss (samstags um 17:00 Uhr) noch alle nötigen Einkäufe erledigen können.
Zurück in Wilderness packen wir unsere Einkäufe weg, trinken noch einen Pulver-Cappuccino, und fahren anschließend ins kleine Zentrum von Wilderness zum Abendessen. Im italienischen Restaurant "Pomodoro" können wir unter einer Überdachung draußen sitzen, so dass uns auch der prasselnde Regen nicht weiter stört. Mittlerweile schüttet es wie aus Eimern. Da die Garden Route seit Wochen schon unter einer ernsten Trockenheit leidet, ist der Niederschlag hier sehr willkommen. Einige Orte in der Region (z.B. Sedgefield) mussten schon per Tankwagen mit Trinkwasser versorgt werden, da die Flüsse und Reservoirs ausgetrocknet waren.
Das Abendessen im "Pomodoro" ist auf jeden Fall sehr lecker. Kalt ist es draußen auch nicht, so dass wir den Abend trotz des schlechten Wetters ganz gemütlich finden. Dies sollte zum Glück auch der letzte nennenswerte Regen auf unserer ganzen Tour gewesen sein. In den kommenden Tagen erreichen die Temperaturen 30°C und darüber hinaus.
1. März 2009
Am nächsten Morgen geht es direkt nach dem Aufstehen erstmal kurz an den Strand. Die Treppe vom Gästehaus hinunter zum Wilderness Beach ist noch richtig nass und glitschig. In der Ferne scheint es noch kleinere Regenschauer zu geben. Ob das der Grund ist oder die schaumige Gischt des aufgewühlten Meeres, irgendwie kommt bei uns keine richtige Lust zum Baden gehen auf. Dabei ist das Wasser hier schon spürbar wärmer als in Kapstadt.

Also packen wir unsere Sachen zusammen und fahren weiter nach Knysna, um dort frühstücken zu gehen. Dort angekommen scheint bereits die Sonne und es ist angenehm warm. An der Waterfront von Knysna finden wir ein nettes Café und lassen uns Kuchen (für Simone) und Sandwiches mit Eiern und Speck schmecken.

Nach dem Frühstück geht es weiter über Plettenberg Bay und den Grootrivier-Pass durch Nature's Valley...

...zum Storms River Mouth Restcamp im Tsitsikamma-Nationalpark, dem Ausgangspunkt der Wanderung.

Den Nachmittag verbringen Gabi und ich mit einem gemütlichen Spaziergang und etwas "Boulder Hopping" auf den ersten anderthalb Kilometern des Otter Trails bis zur Guano-Höhle, während es Simone sich auf der Veranda unserer Hütte gemütlich macht. Da Simone seit dem Mittag unter Darmkrämpfen leidet, will sie sich lieber nicht zu weit von der nächsten Toilette entfernen.


![]() |
![]() |
Unterwegs begegnen uns neben einer Handvoll Touristen ein paar faule Klippschliefer und ein Buschbock-Weibchen.


Am späten Nachmittag geht es zum Glück auch Simone wieder besser und sie begleitet uns auf dem Weg zur Hängebrücke an der Mündung des Storms River, der auf dem Weg zum Meer eine tiefe Schlucht durch den Fels des Küstenplateaus geschnitten hat.



Wieder zurück an der Hütte grillen wir uns am Abend Lamm- und Rindfleisch-Würstchen, marinierte Hühnerspieße und würzige Hühnerbeinchen. Dazu gibt es einen frischen, gemischten Blattsalat mit Kräutern, Cocktail-Tomaten und Feta-Käse.
Ursprünglich hatten wir vor am ersten Abend auf dem Otter Trail ebenfalls zu grillen, aber da wir den Wetterverhältnissen noch nicht ganz trauen, entscheiden wir uns, das gesamte Grillfleisch am heutigen Abend zuzubereiten und es gegart, in Alufolie eingepackt, auf der Wanderung mitzunehmen.
Außerdem müssen wir uns dann auch keine Sorgen machen, dass das Fleisch in der Hitze unterwegs verderben könnte.
Vor dem Schlafengehen werden noch letzte Vorbereitungen für den morgigen Tag getroffen. Danach beschließen wir den Tag gemütlich mit einer Flasche Rotwein und genießen dabei den tollen Sternenhimmel. Morgen geht die lang ersehnte Wanderung endlich los!